Freitag, 25. Mai 2012

Umfrage zur Arbeit in der PR-Branche von PR Professional

"Verdienen PRler genug, sind sie zufrieden im Job und was sollte man überhaupt mitbringen, um in der Branche erfolgreich zu sein?" unter dieser Fragestellung startete PR Professional, Nachrichtendienst für die PR-Branche von Landau Media und Faktenkontor,  eine Umfrage zu Gehältern und Arbeitszeiten ind der PR-Branche. Zur Umfrage gehts hier!

Wir können gspannt auf die Ergebnisse sein...

Montag, 14. Mai 2012

… wie sieht der Arbeitsalltag eines PR Managers aus?


Die Aufgabenbereiche des PR Managers sind sehr weitreichend und umfassen unterschiedlichste Projekte. Liegen keine aktuellen Großprojekte an, wie zum Beispiel Veranstaltungsorganisation, Website Relaunches oder aufwändige Printprodukte erstellen, zeichnen sich einige typische Tätigkeiten ab.

Sicherlich muss vorweg gesagt werden, dass natürlich auch hier zu unterscheiden ist, ob die Tätigkeit im Unternehmen oder auf Agenturseite ausgeführt wird und selbstverständlich auch nach Branche unterschieden werden muss. Ein möglicher Tag im Unternehmen könnte so aussehen…

8-9   Uhr Clipping-Dokumentation
Der Morgen beginnt mit der Sichtung aller aktuellen Clippings. Wer hat was veröffentlicht? Welche Medien haben Themen aufgenommen? Wo wurde der Vorstand erwähnt? Sämtliche Veröffentlichungen werden gesichtet, sortiert, dokumentiert und an einen internen Verteiler weitergeleitet.

9-10 Uhr  Abarbeiten der Journalistenanfragen
Ein asiatisches Magazin benötigt Pressefotos, ein lokaler Journalist braucht die Mitarbeiteranzahl. Außerdem wird ein Statement der Geschäftsleitung angefragt. Das Statement wird geschrieben und mit Abteilungsleiter und Geschäftsführung freigegeben.

10-11 Uhr Veranstaltungsorganisation
Das Telefon klingelt und die Teilnehmer am bevorstehenden Gremium möchten vorab die Agenda sehen. Die Agenda wird schnell überarbeitet, zur Freigabe geschickt und an die Mitglieder versendet.

11-11:30 Uhr Korrekturlesen
Parallel wird aus der Forschungsabteilung ein Text für eine Broschüre zum Korrekturlesen geschickt. Deadline: in 10 Minuten.

11:30-13 Uhr Pressemeldung schreiben
 Die neuen Forschungsergebnisse müssen kommuniziert werden: Infos werden von der Abteilung angefordert, um eine Pressemappe vorzubereiten. Die Website muss aktualisiert werden und die Pressemappen überarbeitet werden.

13:00-15 Uhr Uhr Presseversand
Nach Freigabe durch den Vorstand wird mithilfe einer gut gepflegten Datenbank der E-Mail Verteiler für die Pressemeldung erstellt. 98 Journalisten aus dem Forschungsbereich bekommen in den nächsten Minuten ihre Pressemeldung. Diverse Onlineportale bekommen diese ebenfalls, über Social Media werden die Infos gespielt.

15:00-16:00 Uhr Zeitungslektüre
Der Magen knurrt, der Zeitungsstapel wächst. Während der Lektüre wird gegessen und parallel die Infos aus der Tageszeitung in das Strategiekonzept eingefügt.

16-17 Uhr Berichtswesen
Das Telefon klingelt. Die Berichte über die Tätigkeiten der letzten Woche liegen noch nicht dem Abteilungsleiter vor. Innerhalb einer Stunde werde die Stundenzettel sortiert und verschickt.

17-18 Uhr Presseanfragen
Zur verschickten Pressemeldungen kommen die Presseanfragen. Die ersten Veröffentlichungen sind online – sofortige Dokumentation erfolgt und Info an die Fachabteilung.

18-19 Uhr Veranstaltungsrecherche:
Wo lassen sich Kontakte knüpfen, was steht diese Woche an wichtigen Terminen an?

19 Uhr Feierabend. An einem Durchschnittstag durchlaufen ca. 120 E-Mails das Postfach und das Telefon klingelt um die 15 Mal. Heute nicht geschafft: 80 Prozent der Aufgaben die eigentlich geplant waren...

Die wohl wichtigsten Kompetenzen, die im PR-Alltag hilfreich sind: die Fähigkeit von einem Projekt ins nächste zu switchen. Denn während das Tagesgeschäft wie oben beschrieben läuft, kommen zu einzelnen Projekten zahlreiche Anfragen, Projektinfos, etc. Hier bewährt sich die Fähigkeit einen kühlen Kopf zu bewahren und gut koordinieren zu können.

… in nächsten Beitrag gibt es mehr zum Arbeitsalltag in der Agentur.

Sonntag, 13. Mai 2012

Wer verdient wie viel in der Werbung?


...und hier eine ganz interessante Grafik, die Durschnittsgehälter von ca. 5000 Befragten zeigt. Je nach Bundesland, Branche, Größe  der Agentur variieren die Gehälter. Zur Orientierung, wie die Verdienste in der Werbung aussehen können, nicht unrealistisch.Gehalt in einer Werbeagentur
Quelle: http://www.gehalt.de/specials/gehalt-in-einer-werbeagentur

Sonntag, 15. April 2012

das Buch zum Blog...


Welche zwischenmenschlichen Herausforderungen auf Berufsstarter in der PR-Branche warten, wie 1.500 Euro monatlicher Bruttolohn einem gestandenen PR Manager geboten werden und wie der Arbeitsalltag von PR-Managern, Trainees und Beratern aussieht – „Berufswunsch: Irgendwas mit Medien“ erzählt die Geschichten, über die alle reden, aber keiner offen drüber spricht! Vom Trainee bis zum Manager: sie alle erzählen auf unterhaltsame Art und in reportagenähnlichen Kurzbeiträgen ihre individuellen Erfahrungen und persönlichen Erwartungen.

Nur selten haben Absolventen geistes- und sozialwissenschaftlicher Studiengänge konkrete Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft. Alles und nichts scheint möglich zu sein – handfeste Pläne fehlen gänzlich und nicht selten steht der vage Berufswunsch „Irgendwas mit Medien“ weit oben auf der Wunschliste. Feste Anstellungen mit einem akzeptablen Gehalt, zum Beispiel als Journalist oder Redakteur sind rar. Hingegen bieten Pressestellen und PR-Agenturen vielversprechende Jobmöglichkeiten; so die Theorie. In der Praxis treffen skurrile Bewerbungsgespräche, nervenraubende Kopiermarathons oder dreistündige cholerische Redigationssitzungen auf bescheidene Träume hoffnungsvoller Idealisten und späterer Kommunikationsprofis.

Typisierte PR-Experten, die als Person nicht im Vordergrund stehen, berichten ihre subjektiven Erfahrungen, wie sie so oder ähnlich in ihrer Berufspraxis erlebt wurden.

Um das Buchprojekt zu realisieren, wird noch ein Verlag gesucht! Über Hinweise, Tipps, Anregungen freue ich mich sehr! medien.zukunft@googlemail.com

Dienstag, 14. Februar 2012

Gehalt PR Manager

Was verdient denn jetzt ein PR Manager? Nun, es gibt viele Erhebungen und Statistiken zum Einkommen von Kommunikationsprofis, je nach Branche, Berufserfahrung, Bundesland und Unternehmensgröße variieren Gehälter zwischen 20.000 und 100.000 Euro.

Wer in Berlin auf Jobsuche ist, wird schnell merken, dass Public Relations ein weites Feld sind und nicht nur die Aufgaben recht willkürlich scheinen, sondern auch die Vergütung. Gerne möchte ich an dieser Stelle zwei Beispiele nennen :

1. PR & Marketing Mitarbeiter in einem Museum gesucht!
Der Aufgabenbereich umfasst die gesamte Konzeption, Pressearbeit, Eventorganisation, etc. - das klassische Programm des PR/Marketing-Allrounders! Nach einem einstündigen Bewerbungsgespräch, Führung durch das Museum und einer weiteren halben Stunde „Probearbeit“ (Verfassen einer Pressemeldung) ging es in die Verhandlungen. 30 Tage Urlaub, 40 Stunden Woche und 1500 Euro brutto pro Monat. Hust!

2. PR Manager in einem Hotel!
Die ausgeschriebene Stelle umfasst hauptsächlich die Koordination von PR-Agenturen in der ganzen Welt. Außerdem wird viel Wert auf persönliche Journalistenkontakte gelegt – ausschlaggebend für den Hotelmanager war die Frage, wie häufig Journalisten zum Essen eingeladen werden. Die richtige Antwort sollte lauten: "Täglich, denn nur wenn man Journalisten einlädt, schreiben sie über einen.“ Gut ich konnte nicht nur die falsche Antwort liefern, sondern auch mit überzogenen Gehaltsvorstellungen für eine Absage sorgen: „Wie kommen Sie auf 40.000 Euro p.a.? Nur weil sie 2 Jahre in ähnlicher Position gearbeitet haben?“

3…. Fortsetzung folgt…

Dienstag, 6. Dezember 2011

vom Medienwissenschaftler zum PR-Berater ???

Ein interessantes Fundstück beim Berufenet derArbeitsagentur:

„Medienwissenschaftler und -wissenschaftlerinnen befassen sich mit der kulturellen Bedeutung von Medien. Dafür analysieren sie Print- und elektronische Medien unter historischen, informationstechnischen, ökonomischen, rechtlichen und psychologischen Aspekten. Arbeitsplätze finden sie an Universitäten oder Fachhochschulen. Außerdem sind Medienwissenschaftler/innen in Werbe- und Medien- oder Multimediaagenturen tätig, bei Verlagen und Film- und Videofilmherstellern. Filmmuseen bieten ebenfalls Beschäftigungsmöglichkeiten. Darüber hinaus können sie für Softwareanbieter tätig werden.“ http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=58647

„Arbeitsplätze finden sie in Werbe- und Medien oder Multimediaagenturen. Also gut, ausgehend davon, dass das Wort „Medienagentur“ vermutlich die PR-Agentur mit einschließt, ist klar erkennbar, dass Medienwissenschaftler nicht ausschließlich als Wissenschaftler arbeiten, sondern häufig als „Medienexperten“ in der freien Wirtschaft, bei kulturellen Institutionen oder im non-profit-Bereich. Dass Filmmuseen einen ansprechenden Arbeitsplatz für Medienwissenschaftler sein können, wage ich im Übrigen zu bezweifeln: Die Anzahl deutscher Filmmuseen beschränkt sich auf ca. sieben – folglich sollten sich nicht zu viele Medienwissenschaftler den Traum vom Job im Filmmuseum aneignen.

Was es hingegen in Deutschland (und dem Rest der Welt selbstverständlich auch) zu Genüge gibt, sind PR-Agenturen, ebenso Jobs in sämtlichen Verbänden, Unternehmen, Institutionen, die an Ihrem Bild in der Öffentlichkeit interessiert sind, denn, so auch die Deutsche Public Relations Gesellschaft: „Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations ist in allen gesellschaftlichen Bereichen erforderlich (…) Die Nachfrage nach Experten in der Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations steigt. In Deutschland sind ca. 30.000-50.000 Personen (Stand: 2004) in der Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations tätig, (…).“ Demnach steht dem engagierten Medienwissenschaftler einer Karriere in der PR-Branche nichts mehr im Weg. Statt freiberuflicher Journalist, der sich mehr oder weniger mit Lokalnachrichten, finanziell über Wasser halten kann, ist der PR-Manager in der Agentur mitten drin und voll dabei, wenn in Deutschland Meinung gemacht wird. PR-Manager schreiben kreative Pressemitteilungen, planen und organisieren Events, sind ständig unterwegs und beraten ihre Kunden. Während das eine Projekt mit einem Prosecco auf der Dachterrasse abgeschlossen wird, startet das nächste: Brainstorming bis Mitternacht, kreative Ideen kreieren und richtig was bewegen. Eigentlich ein Traumjob, nur stellt sich mir, als PR Managerin immer häufiger die Frage, warum ich überhaupt Medienwissenschaften studiert habe, wenn ich am Ende eh in einer PR Agentur arbeite? :-)

Mittwoch, 30. November 2011

Shitstorm - was tun?

Facebook,Twitter & Co sind aus den Kommunikationsabteilungen vieler Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Doch spätestens jetzt, nachdem ein so genannter Shitstorm das adidas-Profil bei Facebook überschwemmt, wächst die Angst der Unternehmer vor unerwünschten Kommentaren. Was tun, wenn der Shitstorm kommt und die Pinnwand voll mit negativen Kommentaren ist?

Hier ein Vorschlag, waszu tun ist:

1. Informieren: Geschäftsleitung, Vorstand, etc. informieren

2. Krisenteam einberufen: Information der Kommunikationsabteilung und andere direkt beteiligte Abteilungen

3. Bestimmung eines Verantwortlichen: dieser erfüllt die Funktion der Koordination aller Informationen,Personal

4.Intern kommunizieren: Alle Mitarbeiter informieren, nicht zu handeln und weitere öffentliche Posts zum Thema zurückhalten

5. Analysieren:
Da es keine Rolle spielt,ob die Kritik begründet ist oder nicht, sollte das betroffene Unternehmen zunächst den Sachverhalt klären und die öffentliche Meinung außerhalb der Social Media Sphäre analysieren.

6. Krisenteam einberufen: Besprechung des weiteren Vorgehens

7. Extern kommunizieren: frühzeitig Stellung beziehen, aber ohne die gängigen PR-Floskeln / lieber in der Sprache der Zielgruppe

8. Abwarten, bis der Sturm vorüberzieht und Monitoring: Beobachtung der Presse und Kommentare, keine weiteren Aktivitäten einleiten, sofern sich der Shitstorm nicht auf weitere Medien ausweitet

9. Evaluation: Abstimmung und Auswertung über das Vorgehen, sobald sich die Lage beruhigt hat

10.Handlungsempfehlungen ableiten
- Wo gab es Schwachstellen bei der internen Kommunikation?
- Waren Kompetenzen klar verteilt?
- Wie stark sind die Auswirkungen?

Sonntag, 17. Juli 2011

PR im Schatten der Bewertungsportale

Ein brisantes Thema, das PR- und Social-Media-Verantwortliche der Hotellerie beschäftigt, sind Hotelbewertungsportale. Nachdem Insider in den Reportagen "ZDF Reporter" und "Stern TV" berichteten, dass Hotelbewertungen systematisch gefälscht werden, zeichnet sich damit ein grundlegendes Problem ab, das offenbar das Management unabhängiger Meinungen zunehmend in den Fokus der PR-Arbeit stellt.

Hier gehts weiter zum Gastbeitrag von "Berufswunsch: Irgendwas mit Medien" unter
http://pr-im-wandel.posterous.com/pr-im-schatten-der-bewertungsportale

Freitag, 17. September 2010

für PR-Berufseinstieger: Auswahl wichtiger Links

Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft: gut für Freiberufler

PR-Journal: Onlinedienst für die PR-Branche

HORIZONT: Zeitung für Werbung, Marketing, klassische und neue Medien

PR Report: Magazin für PR-Verantwortliche in Unternehmen, Organisationen und Verbänden sowie Agenturen und Dienstleister der PR-Wirtschaft

PRMAGAZIN: News für Journalisten, Kommunikation für die Medienbranche

W&V - Werben & Verkaufen


Literatur:
Handbuch der Public Relations
Verfasser: Günter Bentele u.a. (Hrsg.)
Verlag: VS Verl. für Sozialwissenschaften
Erscheinungsjahr: 2007


Praxishandbuch Public Relations
Verfasser: Jörg Forthmann
Verlag: WILEY-VCH
Erscheinungsjahr: 2008


PR-Kompass. Handbuch für den Einstieg in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Verfasser: Christiane Hanstein
Verlag: Stamm
Erscheinungsjahr: 2004

Public Relations. Leitfaden für ein modernes Kommunikationsmanagement
Verfasser: Dominik Ruisinger u. Oliver Jorzik
Verlag: Schäffer-Poeschel
Erscheinungsjahr: 2008


Verbände:

Deutsche Public Relations Gesellschaft e.V.(DPRG)

Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA e.V.


Gesellschaft Public Relations Agenturen e.V. (GPRA)

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

Montag, 6. September 2010

Top oder Flop: Praktikum beim Magazin Cicero

Laurence Thio setzt sich in seinem Blog damit auseinander, wie Medienpraktikanten den Einstieg erlebt haben.

Die Journalismus-Studentin Gina hat ein Praktikum in der Online-Redaktion des cicero absolviert und schildert mit recht erschreckenden Erzählungen ihre Erfahrungen. Ob Möbelrücken für den Chefredakteur, Diskriminierungen des weiblichen Geschlechts und keine Einbindung in Redaktionssitzungen. Gina erläutert anhand einiger Beispiele, warum ihr Praktikum nicht wirklich hilfreich war. Jessica Vanscheidt, freie Mitarbeiterin des Cicero widerspricht mit ebenfalls nachvollziehbaren Argumenten.

Fazit: Viele Praktikanten werden ähnliches erlebt haben; Z.B. wie es ist für den Chef handgeschriebene Briefe abzutippen, Glühbirnen auszuwechseln und auf der anderen Seite aber wieder volle Projektverantwortung zu haben.
Dass es auch anders geht, zeigen gerade kleinere Magazine und regionale Tageszeitungen: Hier werden Praktikanten lediglich für eine Produktion einer Ausgabe beschäftigt und dürfen dabei jedem Redakteur über die Schulter schauen und eigene Beiträge verfassen, die je nach Aufwand vergütet werden.

Ob Ginas Wahrnehmung für den einen oder anderen übertrieben klingt und Jessica es auch anderes erlebt hat, spielt keine Rolle - Fakt ist, dass es Unternehmen gibt, die sich für ihre Praktikanten einsetzen und andere, die sie weniger wertschätzen.Und allein die Tatsache, dass jemand in einen "Praktikanten-Raum" gesetzt wird, spricht nicht für ein qualitativ wertvolles Praktikum.

Sonntag, 15. August 2010

Tipps zum journalistischen Praktikum

Keine Bezahlung, Überstunden und fehlende Wertschätzung: Zwar steht der Berufseinstieg über ein Praktikum häufig in der Kritik, aber dennoch ist es für angehende Journalisten immer noch der beste Weg, erste Berufserfahrungen zu sammeln. Auch wenn Medienkrise, Outsourcing und Wirtschaftskrise häufig dazu führen, dass Praktika Festanstellungen ersetzen, sollte der Nutzen nicht vergessen werden: Denn wer keine Praktika vorweisen kann, wird kaum eine Aussicht auf ein Volontariat haben.

Praktika sind, wie auch das Volontariat unverzichtbare Bestandteile der Ausbildung zum Journalisten. Gerade, angehende Journalisten, die bereits Erfahrungen bei lokalen Zeitungen gesammelt haben, verbessern ihre Chancen auf eine Festanstellung. Denn jeder weiß, dass im Lokal-Journalismus meist auch die Praktikanten losgeschickt werden, um eigene Beiträge zu verfassen. Diese ersten journalistischen Erfahrungen zeigen in der Bewerbung, dass man das Handwerk eines Journalisten, nämlich das Recherchieren und Schreiben, beherrscht. Auch eine freie Mitarbeit kann sich aus einem erfolgreichen Praktikum bei lokalen Medien ergeben. Wichtig ist, dass man im Praktikum lernt und sich weiterentwickelt - d.h. das journalistische Schreiben, aber auch die Arbeitsabläufe im Redaktionsteam kennenlernt. Gerade bei größeren Unternehmen kommt es häufig vor, dass Praktikanten eine einfache, unbeliebte Aufgabe bekommt, ohne einen Lerneffekt zu erzielen. Die Dauer des Praktikums sollte ca. 3 – 6 Monate betragen. Klar ist, dass es zu hinterfragen gibt, welchen Sinn ein Jahrespraktikum macht – außer das es für das Unternehmen einen wirtschaftlichen Vorteil bringt, da es sich eine bezahlte Arbeitskraft sparen kann.

Eine Studie des DGB-Bundesvorstandes hat ergeben, dass 53 Prozent der Praktikanten in der Medienbranche keine Vergütung erhalten. 19 Prozent bekommen zwischen 201 – 400 Euro und 17 Prozent erhalten 402 – 600 Euro. Gerade für Studierende, die ihr Studium aus eigener Tasche finanzieren, wird es schwierig ein unbezahltes Praktikum zu absolvieren. Dennoch gibt es Möglichkeiten, einen Einblick in das Arbeitsleben zu bekommen: Gerade kleine Pressebüros oder Zeitungen sind flexibel und freuen sich, vor allen Dingen wenn bereits erste journalistische Erfahrungen vorhanden sind, über tatkräftige Unterstützung. Häufig lässt sich ein Teilzeitpraktikum, bzw. eine Hospitanz vereinbaren.

Praktikumsstellen bei Redaktionen sind heiß begehrt und wer keinerlei Vorerfahrungen hat, wird es schwer haben, einen Platz zu bekommen. Ob Schülerzeitung oder Pressemeldung für den Sportverein - wer Praxis vorweisen kann, verbessert seine Chancen deutlich. Die besten Chancen auf ein Praktikum in der Medienbranche gibt es übrigens in Hamburg, Berlin und München. Hier arbeiten jeweils mehr als 50.000 Beschäftigte in der Medienbranche.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Ein Praktikum ist nicht nur für den Lebenslauf gedacht, sondern vorrangig für die eigene Entwicklung. Es dient dazu, den späteren Arbeitsalltag kennenzulernen und eigene Präferenzen und Spezialgebiete zu erkennen. Ein gutes Praktikum sollte daher auch immer die Möglichkeit geben, eigene Wünsche umsetzen zu können. Ein fester Ansprechpartner und Betreuer sollte nicht fehlen.

Montag, 9. August 2010

Blogger Relations Teil 2

Teil 3 (off topic)

Es bleibt festzuhalten, dass keiner der geladenen Blogger über das Hotel berichtete, sondern eher die schlechte Umsetzung der PR-Aktion im Vordergrund stand. Das Fazit ist eindeutig: Eine gute Idee, die in der Praxis gescheitert ist, da kaum auf die Bedürfnisse der Blogger eingegangen wurde. Was bei Journalisten als gängige PR-Maßnahme zu betrachten ist, kann nicht auf die Zielgruppe der Blogger übertragen werden. Nun gilt zu klären, worauf PR-Verantwortliche achten müssen, wenn sie Blogger als zukünftige Zielgruppe ihrer Pressearbeit miteinbeziehen möchten.

Blogger sind keine Journalisten

Blogger und Journalisten haben auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten: Sie wollen Ernst genommen werden, nicht „zugespamt“ werden und sie legen Wert auf inhaltsstarke Nachrichten. Zwar gibt es nicht den Blogger an sich, da jeder, vom Schüler bis zum passionierten Rentner, sein Web-Tagebuch veröffentlichen kann, aber einige Gemeinsamkeiten lassen sich für private Blogger dennoch ausmachen:

1. Blogger sind meist keine Journalisten und haben kein berufliches Interesse an einer Kontaktaufnahme.

2. Sie haben keinen monetären Vorteil: Während redaktioneller Inhalt auch von Anzeigenkunden mitbestimmt wird, sind Blogger in ihrem Tun weitgehend frei.

3.Sie schreiben für sich und nicht für andere. Ihr Verhalten ist unberechenbar; Weder stehen Beziehungen auf dem Spiel, noch gibt es Redaktionspläne, so schreiben sie auch häufig „off the topic“.

4. Blogger schreiben in ihrer Freizeit und der Kontakt von professionellen Marketing- und PR-Verantwortlichen wird schnell als Belästigung wahrgenommen.

5. Es besteht eine grundlegende Abneigung gegen professionelle PR-Maßnahmen. Ein Blog lebt von freier Meinungsäußerung und Blogger befürchten als Sprachrohr von Unternehmen wahrgenommen zu werden. Hier sind Pressemitteilungen an der falschen Adresse. Unabhängigkeit ist hier das USP.

6. Blogger sind so heterogen, dass sie sich nur selten als eine Zielgruppe ausmachen lassen und eine individuelle Recherche und Ansprache sehr wichtig ist.

7. Sie erwecken bei ihren Lesern Vertrauen, weil keine offensichtliche PR-/Marketing-Strategie hinter ihnen steht.

Push and Pull: Informationen auf den Punkt bringen
Sämtliche Marketing- und PR-Instrumente müssen bedacht angewandt werden. Die Informationen sollte stets im Vordergrund stehen, so wie es eigentlich auch Journalisten wünschen. In der schnelllebigen Blogosphäre haben Nachrichten eine kürzere Lebenszeit als im Print-Bereich und demensprechend müssen auch Information viel schneller als in der herkömmlichen Pressemitteilung verteilt werden: Kurze präzise Informationen reichen aus, um die Meldung als interessant zu beurteilen. Wie es die Push-and-Pull-Funktion vorsieht, kann sich der Blogger dann über Links weitere Informationen ziehen. Grundsätzlich brauchen gute PR-Abteilungen neue Formate um Blogger anzusprechen. Eine Pressemitteilung ist eine Pressemitteilung, weil sie an die Presse geht und ist folglich nicht übertragbar. Hier sollte überlegt werden, welche neuen Formate, z.B. Social Media Release die klassische Pressemitteilung ersetzen könnten.

Kommunizieren statt Informieren
Das Web 2.0 lebt vom Dialog: Statt große Verteiler aufzubauen, sollte die Pflege ausgewählter Kontakte und die individuelle Information im Vordergrund stehen. Kontaktpflege heißt, Kommentare auf der Seite des Bloggers zu hinterlassen und den Dialog in seiner Sprache zu beginnen: online und mit kurzen Kommentaren. Auch ein eigener Blog, über den die Blogs der Zielgruppe verlinkt werden, würde eine Möglichkeit des Networking darstellen.

Zielgerichtete Ansprache als Grundvoraussetzung

Abschließend lässt sich für alle PR-Verantwortlichen, die Blogger als große neue Zielgruppe entdeckt haben, raten: Nicht anders als die meisten Journalisten wünschen sich auch Blogger zielgerichtete und interessante Informationen. Kommen Presseinformationen wie Werbeprospekte in den Postfächern an, landen diese schnell im Papierkorb. Deshalb ist es auch unerlässlich zu recherchieren, ob ein Blog privat, kommerziell oder von professionellen Journalisten betrieben wird. Gerade im privaten Bereich sollten nur ausgewählte Informationen an die passende Zielgruppe verschickt werden und von einem allgemeinen Presseverteiler abgesehen werden. Hier ist weniger mehr! Denn letztendlich betreiben viele ihren Blog als Hobby und wollen nicht als Sprachrohr von Unternehmen missbraucht werden.