Freitag, 7. September 2012

out off topic

Soziale Räume gesucht: wie das Internet das Fernsehen ablöst

Francesco Casetti und Roger Odin haben im Jahre 2002 die Entwicklung vom Paläo- zum Neo-Fernsehen beschrieben. Die zentrale These besagt, dass Neo-Fernsehen Bezugspunkte setzt, die der Zuschauer aus eigener Erfahrung kennt und in seinen Alltag einbeziehen kann. Auch wird der Zuschauer scheinbar aktiv in das Fernsehen eingebunden. Die Erfüllung des Kommunikationsvertrags ist nicht mehr Sinn des Fernsehens, sondern lediglich ein Raum des sozialen Zusammenseins. Unter Betrachtung der Aspekte wie sich das Fernsehen laut Casetti und Odin entwickelt hat, erklärt sich, dass das Internet als Weiterentwicklung zur Befriedigung der sozialen Bedürfnisse zu betrachten ist und dort ansetzt, wo Fernsehen an seiner Grenze angekommen ist.

Während das s.g. Paläo-Fernsehen (die Anfänge des Fernsehens) einen Kommunikationsvertrag, in Form eines Bildungsauftrag erfüllte, ist das Neo-Fernsehen, (das, was wir jeden Tag sehen) die Inszenierung eines sozialen Raumes.

Was ist Neo-Fernsehen?
Charakteristisch für das Neo-Fernsehen sind die sogenannten Omnibussendungen: Fernsehen besteht aus einzelnen Segmenten mit eigenem Inhalt, Titel und Struktur, die ineinander verflochten sind. Die Segmente sind alle miteinander verbunden, was zu einem flow – Effekt führt. Dieser vermittelt den Eindruck von Kontinuität in vertikaler (auf einem Sender) wie auch, dank der Fernbedienung, in horizontaler Richtung (beim Zapping).

Die Aufgabe des Zuschauers beschränkt sich auf die Übernahme der gesehenen Szenen in den eigenen Erfahrungshorizont. Das Fernsehen bietet eine Form an, die der Zuschauer mit Inhalt füllen muss, d.h. der Zuschauer muss den Sinn des Fernsehens produzieren. Das führt dazu dass es eigentlich keine wirkliche Zuschauerorientierung mehr geben kann, Die Motive, weshalb eine Sendung gesehen wird, können so stark voneinander abweichen, dass keine Zielgruppe erkennbar ist. In der Praxis heißt dies: Eine Talkshow bietet für eine Zielgruppe Orientierung, während sie für eine andere Zielgruppe zur Belustigung dient. Das Neo-Fernsehen ist folglich nicht an Zielgruppen orientiert, (der Zuschauer gehört keinem Publikum an) sondern jeder Zuschauer hat andere Motive, die sich nicht verallgemeinern lassen. (Vrgl.: Ien Eng „Zuschauer, verzweifelt gesucht“)

Fernsehen veranlasst den Zuschauer dem Gesehenen Sinn zu verleihen, somit findet eine passive Interaktion statt. Der Zuschauer füllt das Gesehene mit „seinen“ Inhalten, und baut sich so seinen sozialen Raum auf.

Fortsetzung: Internet?

Was mit dem Neo-Fernsehen begann, wird erfolgreich über das Internet fortgesetzt. Ähnlich wie das Palaö-Fernsehen, also die Ursprungsform des Fernsehens, hat auch das Internet als Informationsplattform seinen Anfang genommen. Im Laufe der Jahre hat es sich weiter zum sozialen Raum entwickelt. Ähnlich wie das Neo-Fernsehen ist auch hier ein deutlicher Flow-Effekt zu erkennen, der Werbung, Information und Interaktion ineinander übergehen lässt; Horizontal auf einer Site oder vertikal über Verlinkungen. Durch die Selektion durch den Nutzer, ist ebenfalls, wie beim Neo-Fernsehen, die Zielgruppe nicht eindeutig identifizierbar. Jeder Nutzer besucht aus unterschiedlichen Motiven bestimmte Seiten.

Wie auch das Neo-Fernsehen setzt das Neo-Internet Bezugspunkte zum persönlichen Erleben. Z.B. durch Blogs, die der Nutzer aus eigener Erfahrung kennt und in seinen Alltag einbeziehen kann, dadurch verleiht er dem Blog einen Wert. Der Nutzer ist Zuschauer, Begutachter und Teilnehmer in einer Person. Im Neo-Internet hat der User allerdings den Vorteil, dass er, bei Bedarf, die passive zu einer aktiven Interaktion weiterführen kann, indem er mit dem „Produzenten“ oder anderen Akteuren in Kontakt treten kann.

Mittwoch, 27. Juni 2012

Sicher durch's Bewerbungsgespräch - wie Sie sich von der Konkurrenz absetzen

Die Bewerbung ist abgeschickt - im Idealfall folgt wenige Tage später die Einladung zum Bewerbungsgespräch! Egal, ob als PR Assistant, PR Juniorberater oder Marketing-Berufseinsteiger.  Kein Grund zur Panik! Häufig wiederholen sich Fragen im Bewerbungsgespräch, daher sollten Sie sich vorher bestens darauf vorbereiten, sich aber auch eine Strategie überlegen, wie Sie sich idealerweise selbst vermarkten.


1. Das Unternehmen möchte Sie wirklich einfach nur kennenlernen! Und Sie sollten das Unternehmen kennenlernen. Sehen Sie es nicht als Test, sondern als Chance mit jemandem vom Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Stellen Sie Ihre Persönlichkeit nicht zu sehr zurück, denn letztendlich kommt es beim Bewerbungsgespräch darauf an, herauszufinden, ob beide Seiten zueinander passen.

2. Seien Sie ehrlich! Wenn Sie bestimmte Erfharungen noch nicht vorweisen können, sollten Sie dies auch offen zugeben. Denn entweder werden Sie getestet und laufen auf oder Ihr Gesprächspartner kann sich einfach kein klares Bild machen.


3. Arbeiten Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal heraus! Gerade für Jobs im PR- und Marketingbereich ist es wichtig, dass Sie sich gut verkaufen können. Stehen Sie zu sich selbst und versuchen Sie nicht sich so stark anzupassen, dass Ihre Persönlichkeit nicht erkennbar ist. Es werden Kollegen gesucht und dafür möchte man Sie so weit es geht kennenlernen.


4. Experten statt Generalisten sind gefragt! Wer überall mal reingeschnuppert hat und am Ende doch für eine ganz andere Stelle vorspricht, wird weniger gute Chancen haben, als jemand, der eine klare Linie im Lebenslauf vorweist. Selbstverständlich ist, dass man zum Berufsstart unterschiedliche Erfahrungen sammelt. häufig sind Experten statt Generalisten gefragt. Haben Sie Soziologie studiert und von allem ein wenig was mitbekommen, überzeugt dies weniger, als wenn Sie Details wiedergeben, die Ihnen besonders gefallen haben.

5. Nennen Sie Beispiele! Auch wenn Sie vielleicht im Beruf noch keine Erfahrungen z.B. im Delegieren haben, finden Sie vielleicht Beispiele aus dem Sportverein oder aus der Uni, wo Sie bestimmte Eigenschaften unter Beweise stellen konnten. Auch bei fachlichen Fragen schadet es nicht konkret ins Detail zu gehen. Seien Sie aktiv und erklären Sie, dass sie gern ein Beispiel nennen würden, wie Sie z.B. als Praktikant Problemsituationen gelöst haben.

6. Vermeiden Sie Pseudo-Schwächen wie Perfektionismus! Eine meist weniger beliebte Frage, ist die nach den Schwächen. Überlegen Sie sich vorher, was Sie wirklich nicht gut können. Und bitte: Vermeiden Sie, Perfektionismus oder Detailverliebtheit als Schwäche zu benennen - diese Standardantworten stehen in jedem 2. Bewerbungsratgeber. Stehen Sie stattdessen zu Ihren Schwächen - seien es Englischkenntnisse oder die fehlenden Small Talk-Erfahrungen. Wenn Sie ihre wahren Schwächen nicht benennen, vermeiden Sie meist so oder so nicht, dass diese ohnehin erkannt werden. 


Freitag, 25. Mai 2012

Umfrage zur Arbeit in der PR-Branche von PR Professional

"Verdienen PRler genug, sind sie zufrieden im Job und was sollte man überhaupt mitbringen, um in der Branche erfolgreich zu sein?" unter dieser Fragestellung startete PR Professional, Nachrichtendienst für die PR-Branche von Landau Media und Faktenkontor,  eine Umfrage zu Gehältern und Arbeitszeiten ind der PR-Branche. Zur Umfrage gehts hier!

Wir können gspannt auf die Ergebnisse sein...

Montag, 14. Mai 2012

… wie sieht der Arbeitsalltag eines PR Managers aus?


Die Aufgabenbereiche des PR Managers sind sehr weitreichend und umfassen unterschiedlichste Projekte. Liegen keine aktuellen Großprojekte an, wie zum Beispiel Veranstaltungsorganisation, Website Relaunches oder aufwändige Printprodukte erstellen, zeichnen sich einige typische Tätigkeiten ab.

Sicherlich muss vorweg gesagt werden, dass natürlich auch hier zu unterscheiden ist, ob die Tätigkeit im Unternehmen oder auf Agenturseite ausgeführt wird und selbstverständlich auch nach Branche unterschieden werden muss. Ein möglicher Tag im Unternehmen könnte so aussehen…

8-9   Uhr Clipping-Dokumentation
Der Morgen beginnt mit der Sichtung aller aktuellen Clippings. Wer hat was veröffentlicht? Welche Medien haben Themen aufgenommen? Wo wurde der Vorstand erwähnt? Sämtliche Veröffentlichungen werden gesichtet, sortiert, dokumentiert und an einen internen Verteiler weitergeleitet.

9-10 Uhr  Abarbeiten der Journalistenanfragen
Ein asiatisches Magazin benötigt Pressefotos, ein lokaler Journalist braucht die Mitarbeiteranzahl. Außerdem wird ein Statement der Geschäftsleitung angefragt. Das Statement wird geschrieben und mit Abteilungsleiter und Geschäftsführung freigegeben.

10-11 Uhr Veranstaltungsorganisation
Das Telefon klingelt und die Teilnehmer am bevorstehenden Gremium möchten vorab die Agenda sehen. Die Agenda wird schnell überarbeitet, zur Freigabe geschickt und an die Mitglieder versendet.

11-11:30 Uhr Korrekturlesen
Parallel wird aus der Forschungsabteilung ein Text für eine Broschüre zum Korrekturlesen geschickt. Deadline: in 10 Minuten.

11:30-13 Uhr Pressemeldung schreiben
 Die neuen Forschungsergebnisse müssen kommuniziert werden: Infos werden von der Abteilung angefordert, um eine Pressemappe vorzubereiten. Die Website muss aktualisiert werden und die Pressemappen überarbeitet werden.

13:00-15 Uhr Uhr Presseversand
Nach Freigabe durch den Vorstand wird mithilfe einer gut gepflegten Datenbank der E-Mail Verteiler für die Pressemeldung erstellt. 98 Journalisten aus dem Forschungsbereich bekommen in den nächsten Minuten ihre Pressemeldung. Diverse Onlineportale bekommen diese ebenfalls, über Social Media werden die Infos gespielt.

15:00-16:00 Uhr Zeitungslektüre
Der Magen knurrt, der Zeitungsstapel wächst. Während der Lektüre wird gegessen und parallel die Infos aus der Tageszeitung in das Strategiekonzept eingefügt.

16-17 Uhr Berichtswesen
Das Telefon klingelt. Die Berichte über die Tätigkeiten der letzten Woche liegen noch nicht dem Abteilungsleiter vor. Innerhalb einer Stunde werde die Stundenzettel sortiert und verschickt.

17-18 Uhr Presseanfragen
Zur verschickten Pressemeldungen kommen die Presseanfragen. Die ersten Veröffentlichungen sind online – sofortige Dokumentation erfolgt und Info an die Fachabteilung.

18-19 Uhr Veranstaltungsrecherche:
Wo lassen sich Kontakte knüpfen, was steht diese Woche an wichtigen Terminen an?

19 Uhr Feierabend. An einem Durchschnittstag durchlaufen ca. 120 E-Mails das Postfach und das Telefon klingelt um die 15 Mal. Heute nicht geschafft: 80 Prozent der Aufgaben die eigentlich geplant waren...

Die wohl wichtigsten Kompetenzen, die im PR-Alltag hilfreich sind: die Fähigkeit von einem Projekt ins nächste zu switchen. Denn während das Tagesgeschäft wie oben beschrieben läuft, kommen zu einzelnen Projekten zahlreiche Anfragen, Projektinfos, etc. Hier bewährt sich die Fähigkeit einen kühlen Kopf zu bewahren und gut koordinieren zu können.

… in nächsten Beitrag gibt es mehr zum Arbeitsalltag in der Agentur.

Sonntag, 13. Mai 2012

Wer verdient wie viel in der Werbung?


...und hier eine ganz interessante Grafik, die Durschnittsgehälter von ca. 5000 Befragten zeigt. Je nach Bundesland, Branche, Größe  der Agentur variieren die Gehälter. Zur Orientierung, wie die Verdienste in der Werbung aussehen können, nicht unrealistisch.Gehalt in einer Werbeagentur
Quelle: http://www.gehalt.de/specials/gehalt-in-einer-werbeagentur

Sonntag, 15. April 2012

das Buch zum Blog...


Welche zwischenmenschlichen Herausforderungen auf Berufsstarter in der PR-Branche warten, wie 1.500 Euro monatlicher Bruttolohn einem gestandenen PR Manager geboten werden und wie der Arbeitsalltag von PR-Managern, Trainees und Beratern aussieht – „Berufswunsch: Irgendwas mit Medien“ erzählt die Geschichten, über die alle reden, aber keiner offen drüber spricht! Vom Trainee bis zum Manager: sie alle erzählen auf unterhaltsame Art und in reportagenähnlichen Kurzbeiträgen ihre individuellen Erfahrungen und persönlichen Erwartungen.

Nur selten haben Absolventen geistes- und sozialwissenschaftlicher Studiengänge konkrete Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft. Alles und nichts scheint möglich zu sein – handfeste Pläne fehlen gänzlich und nicht selten steht der vage Berufswunsch „Irgendwas mit Medien“ weit oben auf der Wunschliste. Feste Anstellungen mit einem akzeptablen Gehalt, zum Beispiel als Journalist oder Redakteur sind rar. Hingegen bieten Pressestellen und PR-Agenturen vielversprechende Jobmöglichkeiten; so die Theorie. In der Praxis treffen skurrile Bewerbungsgespräche, nervenraubende Kopiermarathons oder dreistündige cholerische Redigationssitzungen auf bescheidene Träume hoffnungsvoller Idealisten und späterer Kommunikationsprofis.

Typisierte PR-Experten, die als Person nicht im Vordergrund stehen, berichten ihre subjektiven Erfahrungen, wie sie so oder ähnlich in ihrer Berufspraxis erlebt wurden.

Um das Buchprojekt zu realisieren, wird noch ein Verlag gesucht! Über Hinweise, Tipps, Anregungen freue ich mich sehr! medien.zukunft@googlemail.com

Dienstag, 14. Februar 2012

Gehalt PR Manager

Was verdient denn jetzt ein PR Manager? Nun, es gibt viele Erhebungen und Statistiken zum Einkommen von Kommunikationsprofis, je nach Branche, Berufserfahrung, Bundesland und Unternehmensgröße variieren Gehälter zwischen 20.000 und 100.000 Euro.

Wer in Berlin auf Jobsuche ist, wird schnell merken, dass Public Relations ein weites Feld sind und nicht nur die Aufgaben recht willkürlich scheinen, sondern auch die Vergütung. Gerne möchte ich an dieser Stelle zwei Beispiele nennen :

1. PR & Marketing Mitarbeiter in einem Museum gesucht!
Der Aufgabenbereich umfasst die gesamte Konzeption, Pressearbeit, Eventorganisation, etc. - das klassische Programm des PR/Marketing-Allrounders! Nach einem einstündigen Bewerbungsgespräch, Führung durch das Museum und einer weiteren halben Stunde „Probearbeit“ (Verfassen einer Pressemeldung) ging es in die Verhandlungen. 30 Tage Urlaub, 40 Stunden Woche und 1500 Euro brutto pro Monat. Hust!

2. PR Manager in einem Hotel!
Die ausgeschriebene Stelle umfasst hauptsächlich die Koordination von PR-Agenturen in der ganzen Welt. Außerdem wird viel Wert auf persönliche Journalistenkontakte gelegt – ausschlaggebend für den Hotelmanager war die Frage, wie häufig Journalisten zum Essen eingeladen werden. Die richtige Antwort sollte lauten: "Täglich, denn nur wenn man Journalisten einlädt, schreiben sie über einen.“ Gut ich konnte nicht nur die falsche Antwort liefern, sondern auch mit überzogenen Gehaltsvorstellungen für eine Absage sorgen: „Wie kommen Sie auf 40.000 Euro p.a.? Nur weil sie 2 Jahre in ähnlicher Position gearbeitet haben?“

3…. Fortsetzung folgt…

Dienstag, 6. Dezember 2011

vom Medienwissenschaftler zum PR-Berater ???

Ein interessantes Fundstück beim Berufenet derArbeitsagentur:

„Medienwissenschaftler und -wissenschaftlerinnen befassen sich mit der kulturellen Bedeutung von Medien. Dafür analysieren sie Print- und elektronische Medien unter historischen, informationstechnischen, ökonomischen, rechtlichen und psychologischen Aspekten. Arbeitsplätze finden sie an Universitäten oder Fachhochschulen. Außerdem sind Medienwissenschaftler/innen in Werbe- und Medien- oder Multimediaagenturen tätig, bei Verlagen und Film- und Videofilmherstellern. Filmmuseen bieten ebenfalls Beschäftigungsmöglichkeiten. Darüber hinaus können sie für Softwareanbieter tätig werden.“ http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=58647

„Arbeitsplätze finden sie in Werbe- und Medien oder Multimediaagenturen. Also gut, ausgehend davon, dass das Wort „Medienagentur“ vermutlich die PR-Agentur mit einschließt, ist klar erkennbar, dass Medienwissenschaftler nicht ausschließlich als Wissenschaftler arbeiten, sondern häufig als „Medienexperten“ in der freien Wirtschaft, bei kulturellen Institutionen oder im non-profit-Bereich. Dass Filmmuseen einen ansprechenden Arbeitsplatz für Medienwissenschaftler sein können, wage ich im Übrigen zu bezweifeln: Die Anzahl deutscher Filmmuseen beschränkt sich auf ca. sieben – folglich sollten sich nicht zu viele Medienwissenschaftler den Traum vom Job im Filmmuseum aneignen.

Was es hingegen in Deutschland (und dem Rest der Welt selbstverständlich auch) zu Genüge gibt, sind PR-Agenturen, ebenso Jobs in sämtlichen Verbänden, Unternehmen, Institutionen, die an Ihrem Bild in der Öffentlichkeit interessiert sind, denn, so auch die Deutsche Public Relations Gesellschaft: „Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations ist in allen gesellschaftlichen Bereichen erforderlich (…) Die Nachfrage nach Experten in der Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations steigt. In Deutschland sind ca. 30.000-50.000 Personen (Stand: 2004) in der Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations tätig, (…).“ Demnach steht dem engagierten Medienwissenschaftler einer Karriere in der PR-Branche nichts mehr im Weg. Statt freiberuflicher Journalist, der sich mehr oder weniger mit Lokalnachrichten, finanziell über Wasser halten kann, ist der PR-Manager in der Agentur mitten drin und voll dabei, wenn in Deutschland Meinung gemacht wird. PR-Manager schreiben kreative Pressemitteilungen, planen und organisieren Events, sind ständig unterwegs und beraten ihre Kunden. Während das eine Projekt mit einem Prosecco auf der Dachterrasse abgeschlossen wird, startet das nächste: Brainstorming bis Mitternacht, kreative Ideen kreieren und richtig was bewegen. Eigentlich ein Traumjob, nur stellt sich mir, als PR Managerin immer häufiger die Frage, warum ich überhaupt Medienwissenschaften studiert habe, wenn ich am Ende eh in einer PR Agentur arbeite? :-)

Mittwoch, 30. November 2011

Shitstorm - was tun?

Facebook,Twitter & Co sind aus den Kommunikationsabteilungen vieler Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Doch spätestens jetzt, nachdem ein so genannter Shitstorm das adidas-Profil bei Facebook überschwemmt, wächst die Angst der Unternehmer vor unerwünschten Kommentaren. Was tun, wenn der Shitstorm kommt und die Pinnwand voll mit negativen Kommentaren ist?

Hier ein Vorschlag, waszu tun ist:

1. Informieren: Geschäftsleitung, Vorstand, etc. informieren

2. Krisenteam einberufen: Information der Kommunikationsabteilung und andere direkt beteiligte Abteilungen

3. Bestimmung eines Verantwortlichen: dieser erfüllt die Funktion der Koordination aller Informationen,Personal

4.Intern kommunizieren: Alle Mitarbeiter informieren, nicht zu handeln und weitere öffentliche Posts zum Thema zurückhalten

5. Analysieren:
Da es keine Rolle spielt,ob die Kritik begründet ist oder nicht, sollte das betroffene Unternehmen zunächst den Sachverhalt klären und die öffentliche Meinung außerhalb der Social Media Sphäre analysieren.

6. Krisenteam einberufen: Besprechung des weiteren Vorgehens

7. Extern kommunizieren: frühzeitig Stellung beziehen, aber ohne die gängigen PR-Floskeln / lieber in der Sprache der Zielgruppe

8. Abwarten, bis der Sturm vorüberzieht und Monitoring: Beobachtung der Presse und Kommentare, keine weiteren Aktivitäten einleiten, sofern sich der Shitstorm nicht auf weitere Medien ausweitet

9. Evaluation: Abstimmung und Auswertung über das Vorgehen, sobald sich die Lage beruhigt hat

10.Handlungsempfehlungen ableiten
- Wo gab es Schwachstellen bei der internen Kommunikation?
- Waren Kompetenzen klar verteilt?
- Wie stark sind die Auswirkungen?

Sonntag, 17. Juli 2011

PR im Schatten der Bewertungsportale

Ein brisantes Thema, das PR- und Social-Media-Verantwortliche der Hotellerie beschäftigt, sind Hotelbewertungsportale. Nachdem Insider in den Reportagen "ZDF Reporter" und "Stern TV" berichteten, dass Hotelbewertungen systematisch gefälscht werden, zeichnet sich damit ein grundlegendes Problem ab, das offenbar das Management unabhängiger Meinungen zunehmend in den Fokus der PR-Arbeit stellt.

Hier gehts weiter zum Gastbeitrag von "Berufswunsch: Irgendwas mit Medien" unter
http://pr-im-wandel.posterous.com/pr-im-schatten-der-bewertungsportale

Freitag, 17. September 2010

für PR-Berufseinstieger: Auswahl wichtiger Links

Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft: gut für Freiberufler

PR-Journal: Onlinedienst für die PR-Branche

HORIZONT: Zeitung für Werbung, Marketing, klassische und neue Medien

PR Report: Magazin für PR-Verantwortliche in Unternehmen, Organisationen und Verbänden sowie Agenturen und Dienstleister der PR-Wirtschaft

PRMAGAZIN: News für Journalisten, Kommunikation für die Medienbranche

W&V - Werben & Verkaufen


Literatur:
Handbuch der Public Relations
Verfasser: Günter Bentele u.a. (Hrsg.)
Verlag: VS Verl. für Sozialwissenschaften
Erscheinungsjahr: 2007


Praxishandbuch Public Relations
Verfasser: Jörg Forthmann
Verlag: WILEY-VCH
Erscheinungsjahr: 2008


PR-Kompass. Handbuch für den Einstieg in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Verfasser: Christiane Hanstein
Verlag: Stamm
Erscheinungsjahr: 2004

Public Relations. Leitfaden für ein modernes Kommunikationsmanagement
Verfasser: Dominik Ruisinger u. Oliver Jorzik
Verlag: Schäffer-Poeschel
Erscheinungsjahr: 2008


Verbände:

Deutsche Public Relations Gesellschaft e.V.(DPRG)

Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA e.V.


Gesellschaft Public Relations Agenturen e.V. (GPRA)

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

Montag, 6. September 2010

Top oder Flop: Praktikum beim Magazin Cicero

Laurence Thio setzt sich in seinem Blog damit auseinander, wie Medienpraktikanten den Einstieg erlebt haben.

Die Journalismus-Studentin Gina hat ein Praktikum in der Online-Redaktion des cicero absolviert und schildert mit recht erschreckenden Erzählungen ihre Erfahrungen. Ob Möbelrücken für den Chefredakteur, Diskriminierungen des weiblichen Geschlechts und keine Einbindung in Redaktionssitzungen. Gina erläutert anhand einiger Beispiele, warum ihr Praktikum nicht wirklich hilfreich war. Jessica Vanscheidt, freie Mitarbeiterin des Cicero widerspricht mit ebenfalls nachvollziehbaren Argumenten.

Fazit: Viele Praktikanten werden ähnliches erlebt haben; Z.B. wie es ist für den Chef handgeschriebene Briefe abzutippen, Glühbirnen auszuwechseln und auf der anderen Seite aber wieder volle Projektverantwortung zu haben.
Dass es auch anders geht, zeigen gerade kleinere Magazine und regionale Tageszeitungen: Hier werden Praktikanten lediglich für eine Produktion einer Ausgabe beschäftigt und dürfen dabei jedem Redakteur über die Schulter schauen und eigene Beiträge verfassen, die je nach Aufwand vergütet werden.

Ob Ginas Wahrnehmung für den einen oder anderen übertrieben klingt und Jessica es auch anderes erlebt hat, spielt keine Rolle - Fakt ist, dass es Unternehmen gibt, die sich für ihre Praktikanten einsetzen und andere, die sie weniger wertschätzen.Und allein die Tatsache, dass jemand in einen "Praktikanten-Raum" gesetzt wird, spricht nicht für ein qualitativ wertvolles Praktikum.

Sonntag, 15. August 2010

Tipps zum journalistischen Praktikum

Keine Bezahlung, Überstunden und fehlende Wertschätzung: Zwar steht der Berufseinstieg über ein Praktikum häufig in der Kritik, aber dennoch ist es für angehende Journalisten immer noch der beste Weg, erste Berufserfahrungen zu sammeln. Auch wenn Medienkrise, Outsourcing und Wirtschaftskrise häufig dazu führen, dass Praktika Festanstellungen ersetzen, sollte der Nutzen nicht vergessen werden: Denn wer keine Praktika vorweisen kann, wird kaum eine Aussicht auf ein Volontariat haben.

Praktika sind, wie auch das Volontariat unverzichtbare Bestandteile der Ausbildung zum Journalisten. Gerade, angehende Journalisten, die bereits Erfahrungen bei lokalen Zeitungen gesammelt haben, verbessern ihre Chancen auf eine Festanstellung. Denn jeder weiß, dass im Lokal-Journalismus meist auch die Praktikanten losgeschickt werden, um eigene Beiträge zu verfassen. Diese ersten journalistischen Erfahrungen zeigen in der Bewerbung, dass man das Handwerk eines Journalisten, nämlich das Recherchieren und Schreiben, beherrscht. Auch eine freie Mitarbeit kann sich aus einem erfolgreichen Praktikum bei lokalen Medien ergeben. Wichtig ist, dass man im Praktikum lernt und sich weiterentwickelt - d.h. das journalistische Schreiben, aber auch die Arbeitsabläufe im Redaktionsteam kennenlernt. Gerade bei größeren Unternehmen kommt es häufig vor, dass Praktikanten eine einfache, unbeliebte Aufgabe bekommt, ohne einen Lerneffekt zu erzielen. Die Dauer des Praktikums sollte ca. 3 – 6 Monate betragen. Klar ist, dass es zu hinterfragen gibt, welchen Sinn ein Jahrespraktikum macht – außer das es für das Unternehmen einen wirtschaftlichen Vorteil bringt, da es sich eine bezahlte Arbeitskraft sparen kann.

Eine Studie des DGB-Bundesvorstandes hat ergeben, dass 53 Prozent der Praktikanten in der Medienbranche keine Vergütung erhalten. 19 Prozent bekommen zwischen 201 – 400 Euro und 17 Prozent erhalten 402 – 600 Euro. Gerade für Studierende, die ihr Studium aus eigener Tasche finanzieren, wird es schwierig ein unbezahltes Praktikum zu absolvieren. Dennoch gibt es Möglichkeiten, einen Einblick in das Arbeitsleben zu bekommen: Gerade kleine Pressebüros oder Zeitungen sind flexibel und freuen sich, vor allen Dingen wenn bereits erste journalistische Erfahrungen vorhanden sind, über tatkräftige Unterstützung. Häufig lässt sich ein Teilzeitpraktikum, bzw. eine Hospitanz vereinbaren.

Praktikumsstellen bei Redaktionen sind heiß begehrt und wer keinerlei Vorerfahrungen hat, wird es schwer haben, einen Platz zu bekommen. Ob Schülerzeitung oder Pressemeldung für den Sportverein - wer Praxis vorweisen kann, verbessert seine Chancen deutlich. Die besten Chancen auf ein Praktikum in der Medienbranche gibt es übrigens in Hamburg, Berlin und München. Hier arbeiten jeweils mehr als 50.000 Beschäftigte in der Medienbranche.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Ein Praktikum ist nicht nur für den Lebenslauf gedacht, sondern vorrangig für die eigene Entwicklung. Es dient dazu, den späteren Arbeitsalltag kennenzulernen und eigene Präferenzen und Spezialgebiete zu erkennen. Ein gutes Praktikum sollte daher auch immer die Möglichkeit geben, eigene Wünsche umsetzen zu können. Ein fester Ansprechpartner und Betreuer sollte nicht fehlen.